Jennifer Katz für ikz-online.de

LETMATHE.  Damit die drei Jungs, die derzeit die Brabeckschule besuchen, ein wenig Normalität erleben, durften sie einen Workshop mitmachen. 

Nahezu ausgestorben erscheint dieser Tage die Brabeck-Schule. Leiter Thilo Pelzing berichtet: „Derzeit haben wir drei Schüler in der Notbetreuung.“

Und damit denen nicht die Decke auf den Kopf fällt, gab es zu Wochenbeginn einen besonderen Höhepunkt. Die Kölner Schriftstellerin Mirijam Günter, die etwa fünf Mal pro Jahr eine Woche im Haus ist, um mit den Mädchen und Jungen die Schülerzeitung „Blätterschrift“ zu gestalten, war trotz leerer Klassen zu Gast. Gemeinsam mit dem verbliebenen Jungs-Trio hat sie einen „Nubbel“ gebastelt. Der ist in ihrer Heimatstadt das, was hier der Strohkerl an Karneval ist. Mit blauem Samtstoff, bunten Drähten und weiteren Materialien wurde der „Nubbel“ hergestellt, bevor er mit Mirijam Günter auf die Reise nach Köln geschickt wurde. „Ich setze ihn in ein Außencafé, das noch geöffnet hat, dort soll er versuchen, die Welt zu verstehen“, hatte die Autorin ihren Schützlingen erklärt.

Sie ist bundesweit an Haupt- und Förderschulen im Einsatz, um Schreibworkshops zu geben. „Das Ganze ist eine Katastrophe für die Kinder“, sagt sie mit Blick auf Lockdown und Homeschooling. Gerade die Kinder und Jugendlichen, die Einrichtungen wie die Brabeckschule, die den Förderschwerpunkt Lernen hat, besuchen, würden unter der Situation leiden. „Alles, was vorher erarbeitet wurde, verkümmert“, so Mirijam Günter. Auch Thilo Pelzing beklagt die Schwierigkeiten, die seine Schüler haben. Sie seien besonders auf praktische Inhalte und Erfahrungen angewiesen, was durch Unterricht auf Distanz kaum vermittelbar und realisierbar sei. Und wenn dann noch Familien mit einem ganzen Dutzend Kindern zu Hause auf engstem Raum sitzen würden, sei das katastrophal.

„Wir vermissen Euch“ steht groß auf einem Transparent

Und genau dem sollte mit dem „Nubbel“-Projekt entgegen gewirkt werden. „Ein bisschen Normalität bieten“, beschreibt die Schriftstellerin ihr Engagement, das auch für leuchtende Augen bei der pädagogischen Betreuungskraft Alicja Zywicki sorgte. Alle zusammen haben auch ein Transparent mit der Auftschrift „Wir vermissen Euch“ gestaltet, es soll an der Schule angebracht werden. Um ihrem Unmut über die Pandemie-Lage Luft zu machen, haben sie am Dienstag auch eine kleine Demonstration gestartet.

ABWECHSLUNG TROTZ NOTBETREUUNG FÜR LETMATHER SCHÜLER

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